KRANICHE UND ANDERE SCHILLERNDE WESEN

 

Über die Premiere eines nicht alltäglichen Theaterprogramms, Balladen aus Literatur und Musik, vorgetragen von Ulrike-Kirsten Hanne und Balladen „ohne Worte“ für Klavier des jungen Johannes Brahms und Fréderic Chopins, gespielt von Paul-Ernst Knötzele.

Wenn ‚alte’ Sprache durch meisterhafte Sprechkunst, klug gemischt mit erzählender Musik, dermaßen aufgeschlossen wird wie in dieser, keine Sekunde langweiligen, Veranstaltung, hat sich die Frage nach der Beschäftigung mit Balladen von selbst – positiv – beantwortet.

Das nach diversen gemeinsamen Projekten hervorragend aufeinander abgestimmte Künstlerduo schuf einen spannenden Zugang zu den gereimten Melodramen, ganz im Sinne von Erich Kästner, der Balladen als „Theater en miniature“ bezeichnet hatte . Ein Podest mit Tisch und Stuhl, ein Stapel Bücher, ein siebenteiliger Kerzenleuchter, ein Halbmond aus der Ausstellung mit Bühnenbildern von Veronika Nadj sind die kargen Requisiten für ein „balladesk-musikalisches Spiel“. Gleich in Goethes „Prometheus“, wie danach in Herders „Edward“, lässt die Sprecherin, am Tisch sitzend, mit stimmlich expressivem Erzählton und dezenten Gesten den Reim fast vergessen. Deutlich abgesetzte Dialoge rücken das Geschehen durch sprechende Mimik verdeutlicht in die Nähe des Schauspiels.

Paul-Ernst Knötzele ‚erzählte’ die musikalischen Baladen mit intelligenter Phrasierung und lyrischer Wärme, dann wieder mit kraftvoller Tongebung und forscher Virtuosität.

Spontaner Beifall zwischen den Stücken für die herausragenden Darbietungen beider Künstler.

Am Schluss bedankten sich die Besucher mit langanhaltendem herzlichen Applaus.

 

 

 

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